Sind Kohlenhydrate wirklich schlecht? Wahrheit und Tipps

08.02.2019 13:12

Kohlenhydrate!

Kohlenhydrate machen neben den zwei weiteren Makronähstoffen Fette und Eiweiße, den größten Bestandteil unserer Nahrung aus. Sie bestehen aus Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker.

Was sind eigentlich Kohlenhydrate?

Nährstoffe unterscheidet man in die zwei großen Gruppen, Makro- und Mikronährstoffe.

Zu den Makronähstoffen gehören:


  •   Kohlenhydrate
  •   Fette
  •   Eiweiße und Proteine


Makronährstoffe liefern Energie und sind für den Aufbau von Gewebe in unserem Körper, dem Aufbau von Hormonen, Enzymen Antikörpern und vielem mehr zuständig.

Kohlenhydrate werden schnell in Energie umgesetzt. Energie, die unser Körper direkt nutzen kann. Schon beim Kauen beginnt die Verarbeitung der Kohlenhydrate. Kohlenhydrate werden in Zucker (Glucose) umgewandelt. Sie versorgen alle Zellen vor allem unser Gehirn und unsere Muskeln mit der erforderlichen Energie. Ein Teil der gebildeten Glucose wird in der Leber gespeichert. Ein weiterer Teil in den Muskeln. Wenn wir zu viel Kohlenhydrate mit der Nahrung aufnehmen dann wird die gebildete Glukose in Fett umgewandelt und landet in den Fettzellen. Das ist einerseits gut. So werden Reserven aufgebaut. Aber wenn zu viele Kohlenhydrate mit der Nahrung, vor allem in Form von Weißmehl und Zucker, also Brot, Brötchen, Kuchen oder Pasta gegessen werden, dann wird ein Zuviel an Energie zu den ungeliebten Fettpölsterchen.

Fette dienen auch als kurzfristige Energiequelle. Vor allem für unsere Muskeln. Fette sind sehr wichtig für den Aufbau einer starken Zellmembran. Sie schützen also unsere Zellen. Auch unsere Nervenzellen. Sie dienen als Schutz für unsere Inneren Organe und regeln durch Fetteinlagerungen unter der Haut, den Wärme- bzw. Kälteschutz unserer Haut. Sie sind also gar nicht so schlecht wie Ihr Ruf. Wenn es die richtigen Fette sind. Verarbeitete Fette, s.g. Transfette aus verarbeiteten Lebensmitteln allerding genießen einen eher schlechten Ruf. Sie sollten nicht in zu großen Mengen gegessen werden.

Eiweiße oder Proteine bilden Zellen oder neues Gewebe in unserem Körper. Sie bilden Hormone Enzyme und vieles mehr. Sie sind auch wichtige Transportmittel für Hormone, Vitamine und Eisen in unserem Blut.

Alle drei Makronährstoffe sind essentiell für unsere Gesundheit. Keines dieser Nährstoffe darf daher vernachlässigt werden. Für eine gute Gesundheit sollten alle Makronährstoffe im richtigen Verhältnis zueinander eingenommen werden.


Quellen für Kohlenhydrate?

Unsere Nahrung sollte, laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung zu 50% aus Kohlenhydraten bestehen. Dies zum größten Teil aus stärkereichen Lebensmitteln wie Getreide, Kartoffeln und Gemüse. Hier sollten solche Lebensmittel bevorzugt werden, die sich durch einen hohen Anteil an Mikronährstoffen, wie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und vielen Ballaststoffen auszeichnen, bevorzugt werden.


Solche sogenannten „Komplexe Kohlenhydrate“ finden sich z.B. in:


  •  Gemüse
  •  Obst
  •  Vollkornprodukten
  •  Hülsenfrüchten


Weniger geeignet für eine gute Quelle von Kohlenhydraten sind:


  •  Süßigkeiten
  •  gesüßte Getränke sogennante Softdriks
  •  Produkte aus Weißmehl

 

Diese Lebensmittel bestehen zu einem großen Teil aus s.g. „leeren Kohlenhydraten“. D. h. in Ihnen stecken keine weiteren lebenswichtige Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Solche Lebensmittel lassen den Blutzuckerspiegel enorm schnell steigen, aber auch genauso schnell wieder sinken.

Unsere Bauchspeicheldrüse produziert dann sehr viel Insulin um der Zuckerflut Herr zu werden.

Wenn das Insulin also fleißig war und allen Zucker, wo auch immer untergebracht hat, sorgt der gesunkenen Blutzuckerspiegel für ein erneutes Hungergefühl und das ganz Prozedere beginnt von Neuem.

So entsteht ein Teufelskreis der unsere Bauchspeicheldrüse und die Insulinproduktion auf Trab hält, und natürlich die Speicherkapazitäten von Leber und Muskulatur überfordert und überschüssigen Zucker in Fett umwandelt und an bekannter Stelle, nämlich im Fettgewebe speichert.

Besser ist es also solche Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, die noch andere Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente im Gepäck haben und genügend Ballaststoffe mitbringen.

Diese Kohlenhydrate sorgen für einen langsamen Anstieg des Blutzuckers. Unser Insulin kann die geringere Menge an Zucker im Blut besser verarbeiten. Wir verspüren nicht so schnell wieder ein Hungergefühl und essen weniger. Heißhungerattacken bleiben ganz aus. Vor allem auf Süßes.

Die gewonnene Energie wird genutzt und nicht an Stellen gespeichert, wo sie uns nur wenig nützlich ist. Wir fühlen uns im allgemeinen Wohler, da unser Körper nicht mit unnötiger “Müllentsorgung“ beschäftigt ist.


    Autor: Kirsten Dittmar

    Bildquellen:  iStock Marilyna

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